Berufliche Inklusion am Beispiel der Microsoft AG

Tobias Scholze · 31. Mai 2020

Quelle: Microsoft

Disclaimer zu Beginn: Ich habe einen Sprachfehler, der mich viele Jahr lang sehr belastete. Aus diesem Grund interessiere ich mich aus rein persönlichen und privaten Anliegen besonders für die Themen Gleichberechtigung und Diversität. Dieser Kommentar ist daher sehr persönlich und auch so ein bisschen eine öffentliche Danksagung.

Microsoft lebt den inklusiven Gedanken

In der Woche vom 25. bis 29. Mai fand das zweisprachige Event „Come Together 2020 – Diversity & Inclusion at Microsoft Germany” statt. Bei dieser Veranstaltung gab es neben vielen spannenden Vorträgen auf Deutsch oder Englisch auch eine dazugehörige LinkedIn Gruppe zum Vernetzen.

Es war das neueste Event von Microsoft Deutschland in einer langjährigen Kette von Veranstaltungen, welche man für dieses Thema ins Leben gerufen hat. Ein anderes Beispiel wäre der #NeueNähe-Hackathon welcher in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch bereits in verschiedenen deutschen Städten stattfand. Persönlich konnte ich dem Event vor wenigen Jahren in Berlin beiwohnen. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, die ich jedem einmal empfehlen würde.

Was mich hierbei am Anfang wirklich überrascht hat und was ich sogar noch mehr schätze als das Firmenverhalten von Microsoft, ist die Tatsache, dass der offene Gedanke Menschen gegenüber auch von sehr vielen Microsofties auch im Privaten gelebt wird.

Es wirkt nicht nur wie eine geplante Marketing-Kampagne, sondern es wird glaubhaft als gelebt und als „normal, wie denn sonst?“ angesehen. Dies ist wirklich spürbar.

Ein Beispiel, und wie mich dieses geprägt hat, stammt aus meiner eigenen Erfahrung. Ich hatte die Möglichkeit, über die Zeit verteilt etliche (virtuelle) Gespräche mit den verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Abteilungen von Microsoft zu führen. Die meisten Gespräche wurden telefonisch geführt, was für mich als Stotterer eine der härtesten Herausforderungen ist: Zu sprechen, ohne die andere Person zu sehen. Wenn man dabei noch ein wenig „Ehrfurcht“ vor dem Gesprächspartner hat, wird es nicht einfacher.

Trotz meiner Schwierigkeiten beim flüssigen Reden wurde ich stets von allem Gesprächspartner/innen „für voll genommen“, wir hatten wahnsinnig intensive und spannende Telefonate. Dies ist auch in der heutigen Zeit immer noch eine Seltenheit und solche Erfahrungen haben mich wirklich in meinem Selbstbewusstsein spürbar und nachhaltig gestärkt.

Als ein Beispiel von vielen deutschsprachigen Microsofties mit einem inklusiven und philanthropischen Mindset sei an dieser Stelle Magdalena Rogl erwähnt (Twitter, LinkedIn) erwähnt. Eventuell dank ihrer früheren Tätigkeit als Erzieherin findet sie, meiner Meinung nach, einen tollen und für mich erstrebenswerten Mittelweg aus sozialem und technokratischem Handeln nicht nur in ihrer Tätigkeit als Head of Digital Channels sondern auch als toller Mensch im Allgemeinen.

Auswirkung auf mich

Ich gehe davon aus, dass diese seit etlichen Jahren oft unterschwellige, jedoch dennoch immer spürbare offene und menschliche Grundstimmung von Magdalena und auch vielen anderen Personen dazu geführt hat, dass ich mich selbst trotz meines Sprachfehlers akzeptiert habe. Dass ich gelernt habe, es als „okay, dass bist eben du“ anzusehen und es als eine Art von USP (Unique Selling Point) nun verstehe.

Aus dieser nun komplett anderen Selbstwahrnehmung ist eine Videoreihe auf YouTube entstanden, in welcher ich über mein persönliches Leben mit meinem Sprachfehler spreche.

Glaubt mir, liebe Dr. Windows Community, es gibt für mich nichts Schlimmeres, als mich beim Stottern zu hören und dabei sogar auch noch zu sehen. Deswegen danke ich allen Personen, welche mich so positiv geprägt haben. Manchmal braucht man einfach externe Blickwinkel auf die eigenen Probleme.

Klarstellung

Ich habe den glücklichen Umstand, dass ich im realen Leben sehr inklusive Freunde, Bekannte und Arbeitgeber habe. Ich erhalte bis auf wenige Ausnahmen keine negativen oder beleidigenden Aussagen mir gegenüber. Ich weiß allerdings, dass es vielen Menschen mit (sprachlichen) Einschränkungen so geht. Vor allem für diese ist es mehr als nur eine schöne Geste, wie Microsoft das Thema Inklusion und Diversität im täglichen Leben praktiziert.

Über den Autor Tobias Scholze

Tobias Scholze

Bayrischer Open Source- und Community-Enthusiast, Verfechter des neuen Microsoft und Wandler zwischen den Betriebssystemwelten. #communityrocks Von Herzen ein Nerd mit der festen Überzeugung, dass man gemeinsam und durch den Einsatz von moderner IT die Welt für jeden ein Stückchen besser machen kann.

Die Kampagne DIE KINDER DER UTOPIE geht weiter: INKLUSIONS-PEGEL

Quelle: www.diekinderderutopie.de

Jetzt geht es endlich weiter, sabrina Bogner- Rudolf!

Sie wollten informiert werden, wenn es ein Folgeprojekt unserer Kampagne zum Film DIE KINDER DER UTOPIE gibt. Nun ist es soweit: Ab sofort informiert Sie unser INKLUSIONS-PEGEL jeden Monat, was in Deutschland rund um die Umsetzung von Artikel 24 — inklusive Bildung — der UN-Behindertenrechtskonvention passiert. Dabei versuchen wir einerseits, die Bundesländer und Kommunen als Akteure der Schulpolitik im Blick zu behalten, und andererseits, die Nachrichten nach bundesweiter Relevanz zu filtern.

Das gefällt Ihnen? Dann empfehlen Sie uns am besten direkt weiter.

Ihr mittendrin e.V.

Auch Sie können sich anmelden:

https://www.diekinderderutopie.de/inklusionspegel?utm_campaign=inklusions_pegel_1&utm_medium=email&utm_source=mittendrin

SPIEGEL: Arbeit in Behindertenwerkstätten „Wie ein Mensch zweiter Klasse“

Quelle: wikipedia.de

Menschen mit Behinderung landen oft in speziellen Werkstätten. Wird ihnen dort geholfen, oder werden sie abgeschoben und ausgebeutet? Von Anne Seith (Auszug)

(…)

Die freie Wahl des Arbeitsplatzes ist ein Grundrecht. Menschen mit Behinderung soll es genau wie Nichtbehinderten möglich sein, „den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen“, heißt es in der UN-Behindertenrechtskonvention. Deutschland gehörte 2007 zu den ersten Ländern, die diese Vereinbarung unterzeichneten.

Von einem „offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderung zugänglichen Arbeitsmarkt“, wie er in dem Dokument versprochen wird, ist Deutschland allerdings weit entfernt.

Ein UN-Fachausschuss prüft derzeit die Situation in Deutschland, und das Urteil dürfte nicht besonders freundlich ausfallen. Schon 2015 stellten die Experten eine anhaltende „Segregation“ auf dem Arbeitsmarkt fest.

Sie bemängelten „finanzielle Fehlanreize“, die behinderte Menschen vom ersten Arbeitsmarkt fernhielten. Die Werkstätten würden ihre Beschäftigten zudem nicht ausreichend auf den Übergang in ein normales Arbeitsverhältnis vorbereiten. Eine „schrittweise Abschaffung“ wurde empfohlen.

Tatsächlich ist die Zahl dieser Einrichtungen noch gewachsen – von 668 im Jahr 2002 auf 736 in 2018. Etwa 310.000 Menschen arbeiten dort, und für die meisten gilt: einmal Werkstatt, immer Werkstatt. (…)